Das Baskenland


Das Baskenland (baskisch Euskal Herria) liegt in Südwesteuropa, aufgeteilt auf den Spanischen und den Französischen Staat. Es ist 20 947 km2 groß und hat 3 Millionen Einwohner.
Politisch ist es in drei Teile geteilt: Die auf französischem Staatsgebiet liegenden Provinzen Lapurdi, Behenafarroa und Zuberoa, Nordbaskenland genannt, haben keinerlei offiziellen Status, sie sind Teil des Départements Pyrénées Atlantiques und der Region Aquitaine. Die Schaffung eines eigenen Départements ist schon lange immer wieder im Gespräch, wurde aber bis jetzt nie umgesetzt. 
Die auf spanischem Staatsgebiet liegenden Provinzen Nafarroa, Araba, Gipuzkoa und Bizkaia, Südbaskenland genannt, haben Autonomie, sind aber noch einmal aufgeteilt in die Forale Gemeinschaft Nafarroa und die Autonome Baskische Gemeinschaft
Diese administrative Spaltung ist ein großes Problem für die sprachliche und kulturelle Entwicklung.


Die Sprache
Die baskische Sprache ist eine der ältesten Europas, nach bisherigen Erkenntnissen wurde sie vermutlich schon vor 8.000 Jahren gesprochen. Sie ist eine isolierte Sprache, es gibt also keine verwandten Sprachen, und ihre Herkunft ist bis heute ein Mysterium (es gibt zahlreiche Theorien dazu, bis hin zu der, dass sie die Sprache von Atlantis gewesen sein soll).
Wichtige Merkmale sind die Ergativität (was das ist, hat Luistxo Fernandez hier sehr gut und unterhaltsam erklärt), die Tatsache, dass das Verb nicht nur an das Subjekt, sondern auch an die Objekte angeglichen wird (was aber halb so schlimm ist, da fast alle Verben nicht selbst konjugiert, sondern mit dem Hilfsverb kombiniert werden) und die sechzehn Fälle. Außerdem wird der Artikel als Endung an das Wort angehängt und es gibt kein Geschlecht und keine Pluralformen, Singular und Plural wird durch den Artikel ausgedrückt (wie es ja auf Deutsch auch bei einigen Wörtern gemacht wird, z.B. "der Eimer" und "die Eimer"). Die Satzstellung ist meistens Subjekt-Objekt-Verb, kann aber je nach Betonung sehr frei variieren.

So sieht die erste Hälfte einer Tabelle des baskischen Hilfsverbs aus (zum Vergrößern anklicken)
Es existieren zahlreiche Mythen über die Schwierigkeit der Sprache und die angebliche Unmöglichkeit sie zu lernen. So soll zum Beispiel der Teufel einmal dazu verdammt worden sein, Baskisch zu lernen und es in sieben Jahren nicht geschafft haben, um einmal die fantasievollste davon zu nennen. Tatsächlich ist Baskisch aber eine sehr klare, regelmäßige Sprache mit einer sehr unkomplizierten Aussprache und Schreibweise und eher leichter zu lernen als zum Beispiel Französisch.
Auch die obige Tabelle ist nicht sehr kompliziert, wenn man weiß, wie sie gelesen wird ;P 

Wer wissen will, wie sich Baskisch anhört, kann es zum Beispiel hier (das ist eine willkürlich ausgewählte Folge von Goenkale, der bekanntesten baskischen Fernsehserie) anhören.

Gesprochen wird Baskisch heute muttersprachlich von etwa 700.000-800.000 Menschen (27% der baskischen Bevölkerung), dazu kommen Sprecher in der Diaspora, sehr viele sprechen es jedoch auch als zweite Sprache. Während die Zahl der Baskischsprecher im Südbaskenland (oder zumindest in der Autonomen Baskischen Gemeinschaft) langsam steigt, sinkt sie im Nordbaskenland deutlich. Grund dafür ist die unterschiedliche Sprachpolitik der Staaten: während im Spanischen Staat die sogenannten "regionalen" Sprachen dort, wo sie gesprochen werden, kooffiziell sind, haben im Französischen Staat die Minderheitensprachen keinerlei offizielle Anerkennung, denn "die Sprache der Republik ist Französisch". So gibt es in südbaskischen Schulen drei Modelle: A (Unterricht auf Spanisch mit Baskisch als Unterrichtsfach), B (Unterricht auf beiden Sprachen) und D (Unterricht auf Baskisch mit Spanisch als Unterrichtsfach). Im Nordbaskenland bieten dagegen nur die privaten ikastola Unterricht auf Baskisch an.
Allerdings ist auch im Südbaskenland die Situation nicht unbedingt gut - in der sogenannten "nicht-baskischsprachigen Zone" im Süden der Provinz Nafarroa hat die baskische Sprache ebenfalls keinen offiziellen Status, sodass zum Beispiel Eltern, die baskischsprachigen Unterricht für ihre Kinder wollen, diese in Kilometer weit entfernte Schulen schicken müssen, und auch im restlichen Südbaskenland lässt die Effektivität der Sprachpolitik zu wünschen übrig und Verletzungen von Sprachrechten sind an der Tagesordnung.
Insgesamt steht die baskische Sprache also zwar immer noch besser da als manche andere Minderheitensprache, Anlass zur Sorge gibt ihre Situation aber trotzdem.


Der Titel meines Blogs bedeutet übrigens "Zwischen Meer und Bergen" und ist ein Zitat aus dem Lied Xutik der gleichnamigen Gruppe, hier anzuhören:

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